Aufnahme von: Anne Schmitt

Nummer: 134

Titel: Luther und das Apfelbäumchen

Einzelheiten:

Kommentar:
Das Apfelbäumchen

„Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen.“ (Martin Luther)
Mit dem Reformationstag 2016 beginnt das Lutherjahr zum Gedenken an den großen, mutigen und tapferen Reformator, der vor 500 Jahren gegen erhebliche Widerstände die christliche Kirche endlich entstaubt hat.
Vor 10 Jahren kaufte ich während des „Apfeltages“ auf dem Museumshof in Wennerstorf ein winziges Apfelbäumchen, ca 50 cm groß, eine alte Sorte, „Ingrid Marie“. Wir, mein Liebster und ich, setzten dieses Bäumchen zu einer eigentlich vollkommen unmöglichen Pflanzzeit, nämlich im April, in den Garten des „Haus des Gastes“ in Nebel auf Amrum. Dieser Ort ist für uns mit vielen persönlichen Erlebnissen und Empfindungen verbunden, das Zuhause für unsere Liebe, das wir leider viel zu selten besuchen können. Höchstens einmal im Jahr für eine Woche. Aber natürlich sehen wir zunächst IMMER zuerst nach unserem Apfelbäumchen wenn wir dort sind und schauen, wie es ihm geht und wie es sich entwickelt. Es hat es nicht leicht, aber es ist eine Kämpfernatur und wehrt sich gegen alle Widrigkeiten. Wir besuchten es im Laufe der vergangenen Jahre manchmal im Frühjahr zur Blütezeit, manchmal im Herbst zur Erntezeit.
Vor einigen Jahren waren wir im September dort und natürlich führte uns der erste Weg zum Haus des Gastes. Beim Näherkommen trauten wir unseren Augen kaum. Leuchtete doch ein kleines, rotes Äpfelchen in den Zweigen des inzwischen ca 1,20 m hohen Bäumchens! Eine Bekannte auf der Insel, die unsere Geschichte kannte, hatte sich einen Scherz erlaubt und diesen Apfel in die Zweige gehängt. Wir lachen noch heute gemeinsam mit ihr über diesen Schabernack.
2016. Ein weltweit aufregendes und nicht besonders schönes Jahr. Auch in unserem privaten Umfeld war und ist es das nicht unbedingt. ABER….. ich habe Mitte September Geburtstag, wir verbrachten eine Woche bei Kaiserwetter auf der Insel und unser Bäumchen trug erstmals tatsächlich viele kleine, aber sehr schmackhafte ECHTE Früchte und ist damit tatsächlich ein sehr lebendiges Symbol der Hoffnung, die wir niemals verlieren wollen.
22.10.2016
Anne Schmitt

Bewertungsmonat: Mai 2017